Regeln für die BBO Germany Turniere

I. Allgemeine Bestimmungen

  1. Es gelten die allgemeinen Bridge Base Online (BBO) Verhaltensregeln sowie die
    Zero Tolerance Bestimmungen des Deutschen Bridge-Verbandes (DBV).
  2. BBO Germany hat das Recht, Teilnehmer ohne Begründung auszuschließen.
  3. Besteht der Verdacht auf Betrug, hat BBO Germany das Recht, diesen Verdacht an
    BBO und den DBV weiterzuleiten.
  4. Bei Turnieren ist die Entscheidung des Turnierleiters endgültig.

II. Turnierbestimmungen

  1.  Turniere werden nach Systemkategorie C gespielt (Hochkünstliche Systeme und Brown Sticker Konventionen sind verboten).
  2. "UNDO": Diese Möglichkeit gilt zusätzlich zu TBR/TO und ist angeschaltet; die Gegner haben aber das Recht, ein UNDO abzulehnen. Falls ein Spieler versucht, eine Aktion rückgängig zu machen und der Gegner nicht damit einverstanden ist, soll der Turnierleiter unverzüglich gerufen werden. Der Turnierleiter hat das Recht, das Rückgängigmachen einer Aktion anzuordnen.
    Ein UNDO ist nur dann zulässig, wenn es sich um einen offensichtlichen Misclick handelt, für eine Umentscheidung soll ein UNDO nicht verwandt werden.
    Nach den TBR können nur Gebote zurück genommen werden, keine gespielten Karten. Deshalb kann der TL das Zurücknehmen gespielter Karten nicht anorden.
  3. Zeitüberschreitung: Ist die Runde zu Ende, wird ein Board automatisch auf 50%/50% gesetzt. Der Turnierleiter soll von den betroffenen Spielern gerufen werden - er wird einen gerechten Score bestimmen und dabei den bisherigen Spielverlauf berücksichtigen. Ist ein Paar der Meinung, dass die Gegner zu viel Zeit in Anspruch nehmen, soll es dies deutlich vor Ende der Runde dem Turnierleiter zur Kenntnis bringen.

III. Alertieren und Auskünfte

  1. Jeder Spieler muss seine eigene Reizung alertieren und im besten Fall direkt erklären. (siehe Video: Alert BBO)
    Bei Fragen zur Reizung ist von beiden Spielern Auskunft zu erteilen.

  2. Zu alertieren sind zusätzlich zu den alertpflichtigen Reizungen nach TO 2020:

    • Alle künstlichen und ungewöhnlichen Gebote oberhalb von 3SA (auch pass, Kontra und Rekontra)

    • 1SA-Eröffnungen, die von der Punktspanne  15-18 abweichen.

    • 1Treff-Eröffnungen, die weniger als 3 Karten sein können.

    • 2Treff- und 2Karo-Eröffnungen, die ungewöhnlich/künstlich sind.(z.B.: 2T Precision, 2K Multi, 2Karo weak-two Karo)

    • 2Coeur- und 2Pik-Eröffnungen, sofern sie kein Weak-two sind (weak two = 6+ Länge und 5-10P)

    • Stayman und Oberfarbentransfer nach 1SA-Eröffnung, falls dies auch nach Kontra oder Farbgegenreizung angewandt wird.

  3. Es gibt keine Sofortauskünfte.

 

IV. Umgang mit dem Ausnutzen unerlaubter Hilfsmittel beim Spielen von BBO-GermanyTurnieren des DBV.

Beim Spielen auf BBO (Bridgebase-online) ist es leicht zu versuchen sein Spiel durch unerlaubte Hilfsmittel zu verbessern. Erlaubte Informationen sind die, die man über die Reizung und das Abspiel erhält. Darüber hinaus darf man sich weder durch Kommunizieren noch mit elektronischen Hilfsmitteln oder auf welchem Weg immer Zusatzinformationen verschaffen. Um dies weitestgehend einzuschränken, gehen wir Auffälligkeiten beim Spiel von BBO-Germany Turnieren nach. Stellen wir bei einem Spieler (einem Paar) eine Häufung von ungewöhnlichen Ergebnissen fest, die unter zur Hilfenahme unerlaubter Hilfsmittel zustandegekommen sein könnten, wird dieser Spieler (dieses Paar) gewarnt und genauer beobachtet.Werden auch nach der Warnung weiterhin Ergebnisse festgestellt, die wahrscheinlich mit unerlaubten Hilfsmitteln zustande gekommen sind, sprechen wir eine Sperre aus.Gibt es nach Ablauf dieser Sperre weiterhin Unregelmäßigkeiten, wird eine längere Sperre verhängt.Ein Gremium bestehend aus wenigstens 3 Ausschuss-Mitgliedern entscheidet mit einer 75 % Mehrheit ob Unregelmäßigkeiten vorliegen, die die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel annehmen lassen.

V. Umgang mit fehlendem Alert

  1. Liegt eine fehlende oder falsche Auskunft vor?

Hierbei orientieren wir uns an den Alert-Regeln, die auf bbo-germany.de hinterlegt sind. Diese weichen leicht von den sonstigen Alert-Regeln ab, was primär daran liegt, dass es auf BBO keine Sofortauskunft gibt.

 

  1. Hat es einen Schaden für die Gegner gegeben?

Ein Schaden kann nur dann vorliegen, wenn a) das Ergebnis schlecht für die potenziell geschädigte Seite ist und b) die fehlende oder falsche Auskunft einen Einfluss auf eine Aktion der Gegner in Reizung oder Spiel hatte.

Beispiel 1: Es wird 2 eröffnet und nicht alertiert. Die Gegner gehen richtigerweise von Weak Two aus, es stellt sich aber heraus, dass Zweifärber vereinbart war. Es wird 6 erreicht und erfüllt, die 12 Stiche waren von oben und der Gegner hätte weder anders reizen noch besser verteidigen können. Dann gibt es zwar eine falsche Auskunft, aber keinen Schaden und das Ergebnis bleibt stehen.

Beispiel 2: Es wird 2 eröffnet und nicht alertiert. Der Gegner geht von Weak Two aus und reizt 2, was mehrmals fällt und ein schlechtes Ergebnis ist. Es stellt sich heraus, dass 2 als beide Oberfarben vereinbart war. Jetzt gibt es eine falsche Auskunft und einen Schaden und der Score wird korrigiert.

 

  1. Es gab eine falsche Auskunft und einen Schaden – wie wird jetzt der Score korrigiert?

Immer wenn es eine falsche Auskunft gab, die einen Einfluss auf eine Aktion der Gegner hatte und wenn ein schlechtes Ergebnis für die geschädigte Seite erzielt wurde, wird der Score korrigiert. Dabei ist es für die Entscheidung, ob eine Korrektur vorgenommen wird, nicht relevant ob es einen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen der Auskunft und der Aktion gab. Diese Regelung soll den Turnierleitern das Leben leichter machen. Turnierleiter haben allerdings die Möglichkeit, zwischen vier Szenarien zu unterscheiden und den korrigierten Score entsprechend zu geben.

  1. a) Es ist sehr wahrscheinlich, welches Ergebnis ohne die falsche Auskunft erzielt worden wäre. Das wird nicht oft vorkommen, aber falls es der Fall ist, kann der Score auf dieses Ergebnis gesetzt werden. Es soll aber wirklich sehr wahrscheinlich sein, dass es genau zu diesem Ergebnis kommt, sowohl in der Reizung als auch im Abspiel.
  2. b) Es ist nicht ganz eindeutig, welches Ergebnis ohne die falsche Auskunft erzielt worden wäre. Es ist zu erwarten, dass dieses Ergebnis eher gut für die geschädigte Partei wäre. Dann gibt man 60-40 (Ave+/Ave-) für die geschädigte Seite.
  3. c) Es ist nicht ganz eindeutig, welches Ergebnis ohne die falsche Auskunft erzielt worden wäre. Allerdings hat die geschädigte Seite selbst im weiteren Verlauf grobe vermeidbare Fehler (siehe § 12C TBR: "extrem schwerer Fehler oder extrem spekulative Aktion") gemacht, die nicht auf die falsche Auskunft zurückzuführen sind, für die man ihr keinen guten Score geben möchte. Dann gibt man 40-40 (Ave-/Ave-).
  4. d) Es ist nicht ganz eindeutig, welches Ergebnis ohne die falsche Auskunft erzielt worden wäre. Außerdem ist für den Turnierleiter nicht klar, ob b) oder c) in der Situation sinnvoll wären, weil beispielsweise die Spielstärke eines Spielers nicht bekannt ist (ist etwas ein grober, vermeidbarer Fehler oder nicht?). Dann kann man 50-40 (Ave/Ave-) für die geschädigte Seite geben.